Marwa
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Aufruf vom 11. Juli 2009

"Weiße Rosen für Marwa"
Wir rufen die Dresdnerinnen und Dresdner auf, für das Opfer des rassistischen Mordes, Frau Marwa El-Sherbiny, am 11. Juli 2009, 15:00 Uhr an einer öffentlichen Trauerfeier vor dem Rathaus (Goldene Pforte) teilzunehmen.
Im Anschluss an die Trauerfeier findet eine Kundgebung mit Vertretern der Stadt, des Freistaates Sachsen und anderer Organisationen statt.
Marwa hat ihre letzte Ruhe in ihrer Heimatstadt Alexandria gefunden. Sie fehlt ihrem dreijährigen Sohn Mustafa und ihrem schwerverletzten Mann. Nach Dresden ist die Familie aus Ägypten gekommen, weil der Vater als Genforscher am Max-Planck-Institut an einer Promotion arbeitet.
Der Mord vor den Augen der Richter und Anwälten, ihrem Sohn und ihrem Ehemann am Landgericht Dresden wirft für uns alle viele Fragen auf:
Was können wir tun angesichts dieser menschlichen und politischen Tragödie? Warum wurde diese friedfertige muslimische Frau getötet? Welche sind die geistigen Quellen des rassistischen Hasses und der Islamfeindschaft? Tun wir alles Nötige, damit einzelne Menschen und Menschengruppen nicht zur brutalen Unmenschlichkeit abgleiten? Wie wird die Zukunft Dresdens als weltoffene Stadt aussehen? Verleitet das negative Ausländerbild und Islambild in manchen Medien nicht zum Hass und Extremismus?
Der Rassismus hat schon viele Menschenleben, auch in Deutschland, gekostet. Und noch viel mehr Menschen aus anderen Ländern leiden darunter, ohne dass ihr Leiden von der Gesellschaft wahrgenommen wird.
Wir sind in Sorge um das Zusammenleben in unserer Stadt. Viele ausländische Menschen, insbesondere muslimische Frauen, wagen sich nicht auf die Straße.
Der Mord an Marwa hat politisch katastrophale Folgen, die über die Grenzen Dresdens und Deutschlands hinaus wirken und die Beziehungen zwischen den Nationen überschatten.
Wir erwarten eine lückenlose Aufklärung durch die staatlichen Stellen und dass die Justiz den Täter zur Verantwortung zieht. Darüber hinaus muss die Bekämpfung des Rassismus und der Diskriminierung oberste Priorität haben. Und sie muss alle Facetten des gesellschaftlichen Lebens umfassen.
Bitte bringen Sie weiße Rosen als Zeichen des Respekts vor dem Opfer und für ein friedliches Zusammenleben in unserer Gesellschaft mit.
Die Ägyptischen Studierenden in Dresden, der Ausländerrat Dresden e.V., der Vorsitzende des Ausländerbeirates, die Opferberatung Dresden, die Gemeinschaft für Menschenrechte im FS Sachsen, die Organisation für Menschenrechte in den Arabischen Staaten/ Deutschland, Prof. Weber-Unger Rotino (HS Mittweida), der Studentenrat der TU Dresden sowie andere Vereine und Gruppen.
Für Medienvertreter- Kontakt: Nabil Yacoub: 0171 412 5775 Versammlungsleiter (Kundgebung): Sebastian Vogel: 0175 589 75 73
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