Projektrückblick – Acht Jahre Banda Comunale in der Schule

Acht Jahre lang konnten wir unter der Trägerschaft des Ausländerrats unser Projekt durchführen: Professionelle Musiker*innen kommen mit musikalischen Angeboten zu Kindern und Jugendlichen an Schulen, Kitas und Jugendzentren, um mit ihnen zu musizieren, zu texten, zu trommeln, zu loopen, Instrumente zu bauen. Mit ihnen ins Gespräch zu kommen über unterschiedliche Erfahrungen und Herkünfte und über das Potenzial der Musik, aus verschiedenen Strömungen etwas Neues entstehen zu lassen.

In diesen acht Jahren gaben wir knapp 400 Workshops unterschiedlicher Größe und erreichten über 15.000 Kinder und Jugendliche in ganz Sachsen im Alter von drei Jahren bis Mitte 20, überwiegend in kleineren Städten und auf dem Land, vor allem in Grund- und Oberschulen, aber auch in Förderschulen, BSZs, Gymnasien und Kitas. Wir kamen für Projekttage, Projektwochen und Schulfeste, gründeten mit geflüchteten Jugendlichen eine Band, wir schrieben und präsentierten mit vier „Partnerschulen ohne Rassismus“ einen gemeinsamen Song, drehten Musikvideos, schrieben mit Schüler*innen eine neue Schulhymne. Während des Covid-Lockdowns produzierten wir kleine Filme als Online-Tutorials: #staywhereyouare, als man sich wieder treffen durfte, Videos über die Begegnung jeweils zweier Musiker mit unterschiedlichem Background: MeetMe.

Wir gaben 60 – 70 Soli-Konzerte an Schulen und anderen Orten der Kinder- und Jugendarbeit und zur Unterstützung von Vereinen und Initiativen für Demokratie und Integrationsarbeit.

In diesen acht Jahren gab es unterschiedliche Beweggründe der Schulen, uns einzuladen: An manchen Orten gab es gar keine Ausländer, aber trotzdem rassistische Sprüche und viele AfD-Plakate in den Straßen, an manchen Schulen gab es sehr viele migrantische Schüler*innen und Lehrer*innen, die sich dadurch überfordert fühlten. An manchen Schulen fehlte seit Jahren der Musikunterricht und gerade in den letzten beiden Jahren gab es an manchen Orten ein sehr rechtes Umfeld, das es den Lehrer*innen schwer machte, Projekte demokratischer Bildung durchzuführen und es begegneten uns zunehmend auch Jugendliche mit extrem rechten Ansichten. Der Bedarf, an Schulen kulturelle und politische Bildungsarbeit zu leisten und auch die Lehrer*innen darin zu unterstützen, nimmt also eher zu.

Wir wissen, der Bedarf ist weiterhin groß.  Wir bemühen uns deshalb weiterhin um Förderungen, um das Angebot, wenn auch im kleineren Rahmen, weiterführen zu können. Wenn Sie Interesse haben und es für Ihre Schule oder Institution eine Finanzierungsmöglichkeit gibt, melden Sie sich gern unter info@bandacomunale.de

Katja Heiser & die Banda Comunale

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