Profil

Wer wir sind

Wir sind ein gemeinnütziger Verein und arbeiten daran, dass Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung in Dresden gleichberechtigt teilhaben, ihre Interessen wirksam vertreten und in einem respektvollen Miteinander leben können. Als Verein sind wir demokratisch organisiert: Mitglieder tragen den Verein, zentrale Entscheidungen werden in der Mitgliederversammlung getroffen. Der Vorstand führt den Verein strategisch, die Geschäftsführung verantwortet die operative Umsetzung.

Der Ausländerrat Dresden e. V. setzt sich seit 1990 für die Rechte und Interessen von Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung in Dresden ein. Ziel seiner Arbeit ist die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts sowie die Stärkung der kulturellen, sozialen und politischen Teilhabe von Migrantinnen und ihrer Selbstvertretung. Mit über 110 hauptamtlichen und über 250 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen ist der Ausländerrat Dresden e. V. heute gemäß der KMU-Definition des Europäischen Union ein gemeinnütziges Sozialunternehmen mittlerer Größe auf dem Gebiet der Freien Wohlfahrtspflege und zugleich die größte Migrant*innen-Selbstorganisation in Sachsen. Er ist Träger einer Kindertagesstätte sowie einer Vielzahl von Projekten auf Ebene der Kommunen, des Freistaats Sachsen, des Bundes und der Europäischen Union.

Unsere Arbeit findet an mehreren Standorten in Dresden statt – mit dem Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) am Wasaplatz als zentraler Anlaufstelle und Geschäftsstelle.

Wofür wir stehen – Zweck und Satzungsziele

In unserer Satzung ist festgeschrieben, dass wir ein von gegenseitiger Achtung und Wertschätzung getragenes Verhältnis zwischen zugewanderten und einheimischen Menschen auf Grundlage von Gleichberechtigung fördern. Wir arbeiten daran, die Lebensverhältnisse von Migrant*innen zu verbessern, unterstützen bei sozialen, rechtlichen, schulischen und kulturellen Fragen, wirken am Integrationsprozess mit, fördern Geschlechtergerechtigkeit und setzen uns gegen rechtsextreme, rassistische und nationalistische Haltungen ein.

Zusammengefasst sind das unsere wesentlichen Satzungszwecke:

  • Hilfe für Menschen mit Migrationsgeschichte und ihr soziales Umfeld
  • Internationale Gesinnung, Toleranz und kulturelle Verständigung
  • Bildung und Erziehung
  • Stärkung von Selbstbestimmung und Selbstvertretung
  • Gleichberechtigung der Geschlechter
  • Jugendhilfe und Altenhilfe
  • Bürgerschaftliches Engagement für gemeinnützige Zwecke
  • Unterstützung von Geflüchteten sowie politisch, rassisch oder religiös Verfolgten (inkl. weiterer besonders schutzbedürftiger Gruppen)

So setzen wir unsere Ziele um – Projekte und Angebote

Unsere Satzungszwecke verwirklichen wir durch konkrete Beratungs-, Bildungs-, Begegnungs-, Jugendhilfe- und Kulturangebote in Dresden und darüber hinaus. Im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) ist unsere Beratungsstelle eine erste Anlaufstelle für Hilfe, Selbsthilfe und Verweisberatung, wenn Ratsuchende z. B. mit Behördenpost, Vermieter*innen oder Arbeitgeber*innen nicht weiterkommen. Wir unterstützen Neuzuwander*innen und länger hier lebende Menschen mit Integrationsbedarf u. a. bei Fragen zu Sprache, Alltag, Aufenthalts- und Lebenssituation sowie beim Ankommen in Dresden. Unsere Migrationssozialarbeit begleitet Menschen im Kontext von Flucht und Asyl beim Ankommen, bei der Orientierung im Alltag und beim Zugang zu Unterstützungssystemen. Ergänzend bieten wir Juristische Beratung in Form offener, kostenfreier Orientierungsgespräche durch ehrenamtlich engagierte Rechtsanwält*innen.

Wir unterstützen ukrainische Schutzsuchende in allen Projekte und Angeboten des Vereins, insbesondere im Rahmen des Ukrainischen Zentrums und im Projekt Vitamin-P, das auf Ankommens- und Chancenpatenschaften setzt und Geflüchtete aus der Ukraine mit engagierten Pat*innen zusammenführt, um alltagspraktische Unterstützung, Orientierung und Austausch zu ermöglichen.

Als Träger der Kita „Kleiner Globus“ bieten wir frühkindliche Bildung und Betreuung in einem Umfeld, das die besonderen Lebenslagen von Familien mit Migrationsgeschichte aktiv mitdenkt. Im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit ist come together – Kinder-, Jugend- und Familienarbeit ein mehrsprachiges, niedrigschwelliges Unterstützungsangebot, das Teilhabe stärkt, Ressourcen aktiviert und soziale Netzwerke im Stadtraum aufbaut. Die Bildungspatenschaften verbinden Kinder und Jugendliche mit ehrenamtlichen Pat*innen, die kontinuierlich begleiten, beim Lernen unterstützen und Teilhabe sowie Selbstvertretung fördern. Das Projekt Arbeit mit Eltern und Familien im Migrationskontext bietet stadtweit Beratung, Prävention und alltagsnahe Unterstützung, damit Eltern gestärkt werden und Kinder- und Jugendschutz sowie Teilhabe besser gelingen. Mit dem Mobilen Angebot (MOBA) sind wir sozialraumorientiert in Hinterhöfen und auf Spielplätzen präsent und verbinden Spiel-, Bewegungs- und Kreativangebote mit Gesprächs- und Beratungsanteilen. Mit Schulsozialarbeit stärken wir Kinder, Eltern und Schulgemeinschaft, indem wir bei sozialen und emotionalen Herausforderungen unterstützen und den Schutzauftrag kindzentriert mittragen. Durch Multiplikator*innenarbeit beraten und qualifizieren wir auch direkt Fachkräfte und Einrichtungen, um migrationsgesellschaftliche Öffnung und eine diskriminierungssensible Praxis zu unterstützen.

Unsere Hilfen zur Erziehung setzen ambulante, flexible sozialpädagogische Unterstützungsangebote um, die Familien, Kinder und Jugendliche in Belastungs- und Krisensituationen stärken und zugleich migrationsbezogene Lebenslagen professionell berücksichtigen.

Das Team unserer Gesundheitslotsen hilft bei Fragen rund um Gesundheitsversorgung, Prävention und Orientierung im Gesundheitssystem und qualifizieren Multiplikator*innen, die Wissen weitertragen können.

Mit TANDEM Dresden begleiten wir Familien ganzheitlich durch sozialpädagogische, psychologische und arbeitsmarktbezogene Formate, um Perspektiven Richtung Ausbildung und Beschäftigung zu eröffnen und zugleich die Bildungschancen der Kinder zu stärken.

Die Arbeit mit Frauen* ist ebenfalls einer unserer Schwerpunkte. Wir bieten Beratung und gruppenbezogene Unterstützung, u. a. zu Ankommen, Konflikt- und Krisensituationen, Bildung und beruflicher Orientierung sowie Selbstbestimmung und Rechten. Im Begegnungstreff Café Halva, einem offenen, stadtteilbezogenen Begegnungsangebot, ermöglichen wir Austausch, niedrigschwellig Erstorientierung und Verweisberatung. Das Projekt RESQUE forward dreht sich um Informationsformate zu Arbeit und Ausbildung und unterstützt Frauen mit Fluchterfahrung u. a. bei Orientierung, Bewerbungen und Vereinbarkeit von Arbeit und Familie. Mit dem Fem*Lab haben wir einen geschützten Arbeits- und Lernort nur für Frauen* geschaffen, der praktische Ressourcen, Austausch, Mentoring und psychosoziale Beratung bündelt.

Unser Bildungsprojekt „Grenzen überwinden“ stärkt Jugendliche in demokratischer Handlungskompetenz und setzt auf rassismuskritische Bildungsarbeit an Schulen mit einem Peer-Ansatz.

Die Kultur- und Gedenkarbeit des Vereins umfasst ein dauerhaftes Programm aus Ausstellungen, Konzerten, Lesungen, Workshops und weiteren Formaten – u. a. mit der „Galerie Arat“ im IBZ als Ausstellungsort. Wir beteiligen uns jährlich an der Organisation der Interkulturellen Tage und machen damit die Vielfalt der Stadt sichtbar, schaffen Begegnungen und unterstützen ein Miteinander auf Augenhöhe, getragen von vielen Partner*innen aus Zivilgesellschaft, Kultur und Verwaltung. Wir erinnern mit unseren Partner*innen in der Stadt jedes Jahr an die Morde an Jorge Gomondai und Marwa El-Sherbini.

Stimme von Migrantinnen und Geflüchteten in Dresden

Als größte Migrant*innen-Selbstorganisation in Sachsen versteht sich der Ausländerrat Dresden e. V. zugleich als Stimme von Migrant*innen und Geflüchteten in Dresden und bringt deren Perspektiven, Bedarfe und Rechte in die Stadtgesellschaft ein. Zu den genannten Themen äußern wir uns regelmäßig in Medien und Öffentlichkeit, beziehen Position und machen strukturelle Benachteiligungen sichtbar. Darüber hinaus wirken wir durch fachliche Stellungnahmen, Gespräche und Gremienarbeit auf politische Entscheider*innen in Kommune, Land und Bund ein, damit Teilhabe, Schutz und Chancengerechtigkeit verbindlich umgesetzt werden.


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