Man glaubt es kaum, aber schon wieder sind 12 Monate vorbei und das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Zeit für uns, noch einmal Rückschau zu halten auf das Jahr 2025, in dem wir wieder viel zu einer inklusiven und gerechten Stadtgesellschaft beitragen konnten. Das funktionierte dank der vielen engagierten Menschen in unseren Teams, unterstützt durch Ehrenamtliche, eine standfeste Geschäftsführung und einen aktiven Vereinsvorstand. Vielen Dank an alle Beteiligten!
Als erstes werden die Projekte „Arbeit mit Eltern und Familien im Kontext Migration“, das Fem*Lab und Vitamin-P einige Einblicke ins vergangene Jahr geben. Wir wünschen viel Freude beim Lesen!
Elternberatung und Eltern-Kind-Treff MOSAIK
Das Jahr 2025 startete für das Projekt `Arbeit mit Eltern und Familien´ direkt mit dem ersten Höhepunkt, der 15-Jahre-Jubiläumsfeier, mit Kinderprogram und leckerem Buffet. Viele Familien folgten der Einladung – sowohl Stammbesucher*innen, wie auch Familien mit Kindern, die inzwischen der „MOSAIK-Zeit“ entwachsen sind.
Im Eltern-Kind-Treff MOSAIK erkundeten wir mit den Familien neben stadtteilnahen Angeboten (z.B. Besuch der Bibliothek Johannstadt) auch Projekte und Spielplätze außerhalb der Johannstadt: die Kletterspinne im Alaunpark, der Abenteuerspielplatz Panama der Treberhilfe e.V., die Merkur-Bastion am Postplatz. Natürlich durfte ein Besuch im Haus der Natur mit Bastelangebot und Führung durch die Reptilienausstellung nicht fehlen. Hierbei wollen wir mit den Familien neue Orte für Kinder in Dresden entdecken, die Spaß machen und größtenteils kostenlos sind. Darüber hinaus wurde im wöchentlichen offen Eltern-Kind-Treff MOSAIK gestrickt, vorgelesen, gebastelt, gekocht, gebacken, im Garten Ball gespielt, Yoga gemacht und vieles mehr. Ebenso boten wir für Eltern einen Austausch zu verschiedenen Themen an: Infoveranstaltungen – wie „Schulanmeldung an weiterführenden Schulen“ (Kooperation mit JMD Caritas) und Elternstammtische: “Was macht das Jugendamt?“ (Anna Geiser von den Bildungspatenschaften), „Schuluntersuchung“ (Kooperation Frau Jordan vom Haus des Kindes), Projekt „Stadtteilmütter“ (Frauenförderwerk Dresden) sowie “Eingewöhnung in der Kita“ (Bianca Choque-Postel von der Kita Kleiner Globus).
In den Sommerferien beteiligte sich der MOSAIK-Treff wieder am Ferienkalender der Stadt Dresden mit dem Angebot der Hennamalerei. Mehr Besucher*innen denn je besuchten uns im Garten des JKT und ließen sich die Hände dekorieren. Highlight war Ende der Sommerferien unser Ausflug nach Moritzburg mit der Lößnitztalbahn und einem Besuch des Wildgeheges, leider am gefühlt regenreichsten Tag des Jahres. In den Herbstferien haben wir uns gleich zweimal auf einen Ausflug gewagt: zum Kinder- und Jugendbauernhof Nickern mit vielen Tieren, Lagerfeuer, Spielplatz und leider wieder viel Regen. Sowie unserer Wanderung mit Fährfahrt zum Waldspielplatz Albertpark gemeinsam mit dem Familienzentrum Fabi des VSP e.V.: und endlich schien dann mal die Sonne.
[Not a valid template]Neben Festen wie Fasching, das Zuckerfest und Halloween, beteiligte sich der MOSAIK-Treff auch dieses Jahr wieder beim Bönischplatzfest und beim Apfelfest im Johannstädter Kulturtreff gemeinsam mit dem Projekt Stadtkohlrabis.
Um die Stadt mal mit anderen Augen kennen zu lernen, machten wir im November eine Stadtrundfahrt mit der Kinderstraßenbahn Lottchen – ein Bildungsprojekt der Stadt Dresden. Den krönenden Abschluss wird der Besuch im Christmas Garden bilden.
Wir freuen uns als MOSAIK-Treff, dass wir neben vielen alt bekannten Gesichtern auch neue Familien in diesem Jahr bei uns begrüßen durften.
In der Elternberatung unterstützten wir Eltern aus verschiedenen Herkunftsländern u.a. Syrien, Afghanistan, Ukraine, Russland, Venezuela, Eritrea. Nach wie vor liegt ein größerer Anteil der Beratung darin, Eltern zu stärken, ihre Behördenpapiere zu bewältigen, um die finanzielle Grundlage für ihre Familie zu sichern. Darüber hinaus beraten wir Eltern bei Fragen zu Kita und Schule sowie Schulwechsel, nehmen bei Trennung und Scheidung die Bedürfnisse der Kinder in den Blick, sensibilisieren Eltern für Kindeswohl sowie begleiteten und vermitteln an andere Angebote weiter bei allen Fragen in der Erziehung.
Projekt Fem*Lab
Fem*Lab – unser Coworkingspace auf der Werdauer Straße, ist seit Juni 2023 ein zentraler Ort für viele Frauen* mit Flucht- und Migrationserfahrungen in Dresden. Seit Eröffnung haben uns 1178 Frauen* aus insgesamt 42 Herkunftsländern besucht, um sich zu informieren, zu vernetzten, weiterzubilden und zu stärken.
Die erste Projektlaufzeit von zwei Jahren konnten wir mit einer zweitägigen Konferenz im Februar 2025 erfolgreich abschließen. Die Konferenz bestand aus einem Nutzerinnen-Tag, zu dem wir Nutzerinnen* zum gemeinsamen reflektieren und evaluieren einluden, und einem Fachtag für NetzwerkpartnerInnen. Am Fachtag wurde das Thema „Safer Space für Frauen* und deren Nutzen für die nachhaltige Integration von Frauen mit Migrations- und Fluchterfahrung auf dem Arbeitsmarkt“ gemeinsam gedacht und diskutiert. Unsere Erfahrungen und Erkenntnisse aus der ersten Projektlaufzeit haben wir in einer „Best-Practice-Broschüre“ festgehalten. (http://dev.auslaenderrat.de/wp-content/uploads/Best-Practice-Handreichung_FemLab-1.pdf).
Im April 2025 starteten wir mit kleineren Anpassungen unseres Wochenprogramms in die zweite Projektlaufzeit. Neben 6 hauptamtlichen Projektmitarbeiterinnen* engagierten sich auch in diesem Jahr wieder 4 Frauen* als ehrenamtliche Community Hostess (Gastgeberinnen*) und unterstützen uns bei der Betreuung des Raumes.
Das regelmäßige Wochenangebot im Fem*Lab setzt sich aus SchreibLabs (Hilfe und Unterstützung bei Jobsuche & Bewerbungsprozessen, Antragsausfüllhilfe), einem Co-Working Angebot zur digitalen Bildung, Deutschlern-Angeboten für verschiedene Sprachniveaus sowie Entspannungs- und Kreativangeboten zusammen.
In diesem Jahr wurden Nutzerinnen* außerdem selbst zu Workshopleiterinnen* und führten verschiedene Vorträge und Workshops durch. So haben unter Anderem Veranstaltungen zu den Themen „behördliche und soziale Orientierung“, „Meine Rechte als Arbeitnehmerin*“, „Mein Weg ins Studium“ und „Selbständigkeit, Hospitation, Weiter- und Fortbildung“ stattgefunden. Ein weiteres Projektmodul, das Nutzerinnen* nach dem Prinzip des Powersharing zur gegenseitigen Unterstützung ermutigt, bietet das Mentoring-Programm. Hier unterstützen Frauen* mit Berufserfahrung in Deutschland andere Frauen*, die in diesem Arbeitsfeld arbeiten möchten ehrenamtlich in Form eines Tandems. Im Jahr 2025 haben sich so insgesamt 13 Mentoring-Tandems gebildet.
[Not a valid template]Auch konnten wir in diesem Jahr zwei weitere, mehrwöchige Computerkurse für Frauen* aus dem ländlichen Raum in Sachsen anbieten. Außerdem fanden im Fem*Lab zahlreiche Sonderveranstaltungen, zum Beispiel ein Bewerbungshilfetag in Kooperation mit dem Unternehmen GSK oder eine Veranstaltung zum Thema „Deutsch lernen“ im Rahmen der Interkulturellen Tage, statt.
Im Durchschnitt besuchten uns 45 Frauen wöchentlich. Am besten besucht waren hierbei unsere SchreibLabs. Aus Feedbacks unserer Nuterzinnen* geht hervor, dass sich Frauen* bei uns weiterhin sicher und akzeptiert fühlten und, dass das Fem*Lab für sie ein wichtiger Anlaufpunkt in vielen Belangen ist. „Die Frauen, die ins Fem*Lab kommen, teilen ähnliche Erfahrungen und das verbindet sie. Sie müssen sich nicht erst erklären, sondern können sich aufs Lernen konzentrieren. Das stärkt sie!“ -Nour A., Community Hostess im Fem*Lab (bis April 2025).
Im nächsten Jahr steht der Coworkingspace Fem*Lab den Nutzerinnen* weiterhin mit regelmäßigen Wochenangeboten, Sonderveranstaltungen und zwei weiteren geplanten Computerkursen zur Verfügung.
Vitamin-P
Im Rahmen unseres Projekts konnten wir auch im Jahr 2025 eine Vielzahl an Aktivitäten erfolgreich durchführen, die zur Unterstützung, Information und Integration unserer Teilnehmenden beitrugen. Nachfolgend finden Sie eine kurze Zusammenfassung unserer Arbeit.
1. Offene Treffen (Offener Treff)
Die regelmäßigen wöchentlichen Treffen wurden von ca. 450 Personen besucht. Sie förderten soziale Kontakte, den Erfahrungsaustausch sowie den Zugang zu aktuellen Informationen. Das Interesse an diesem Format ist durchgehend sehr hoch und häufig übersteigt die Zahl der Anmeldungen unsere Kapazitäten aufgrund begrenzter Ressourcen.
2. Bildungs- und Informationsveranstaltungen
Im Laufe des Jahres fanden thematische Workshops und Webinare mit ca. 110 Teilnehmenden statt statt – unter anderem zu Gesundheitssystem in Deutschland, Medienkompetenz, §24-Aufenthalt, sowie zu Themen der beruflichen Orientierung. Auch hier war die Nachfrage höher als die verfügbaren Plätze.
3. Exkursionen und kulturelle Ausflüge
Wir organisierten für insgesamt ca. 150 Teilnehmende Ausflüge nach Görlitz, Freiberg und Leipzig sowie Besuche in Museen, einem Weingut, einer Konditoreifabrik und weiteren kulturellen Einrichtungen. Diese Angebote erfreuen sich durchgehend großer Beliebtheit und die Zahl der Interessierten übertrifft regelmäßig unsere Kapazitäten.
4. Kreativprojekte und Workshops
Durchgeführt wurden kreative Formate wie Mosaik-Workshops, Bastelangebote und das Basteln Café. An diesen Aktivitäten beteiligten sich ca. 70 Personen. Das zeigt deutlich den Bedarf an niedrigschwelligen, kreativen Begegnungsmöglichkeiten.
5. Feste und sportliche Aktivitäten
Zu den besonderen Veranstaltungen zählten unser Sommerfest, gemeinsame Picknicks sowie ein Angebot im Bereich Gesundheitssport. Auch hier lag die Nachfrage über den verfügbaren Teilnahmeplätzen.
Alle Veranstaltungen fanden erfolgreich statt und erhielten sehr positive Rückmeldungen. Die konstant hohe Nachfrage zeigt die große Bedeutung unserer Arbeit und unterstreicht die Notwendigkeit, die Ressourcen des Projekts weiter auszubauen und zu stärken.

Fortsetzung folgt…
